Workshop mit Mario Buchinger – Kanban

Workshop, Seminare, Diskussionsrunden ab Oktober 2017

Das Motto vom Lean-Stammtisch Schweiz lautet:

Wissen ist die einzige Ressource, die sich bei Gebrauch vermehrt.

Deshalb haben wir nachgefragt, wer sein Wissen mit uns teilt. Dies in Form von Workshops, Schulungen und Diskussionsrunden in Zürich. Die Ressonanz war durchwegs positiv.

Kanban – Lean Management

Mario Buchinger wird am 10. November 2017 in Zürich über Kanban sprechen. Das Thema des Workshops lautet: „Kanban-Methodik: Missverständnis, Fehlinterpretation, Chance.“

Gerade der Begriff „Kanban“ führt in der Lean-Welt immer wieder zu Verwirrungen, denn diese Methodik ist Fluch und Segen zugleich. Ein Kanban-System führt nicht automatisch zu Verbesserungen.

Die Kanban-Methodik: Missverständnis, Fehlinterpretation, aber auch Chance

Am Beispiel der Kanban-Methodik kann man sehr gut erkennen, in welche Fallen viele Mitarbeiter, Führungskräfte aber auch Berater tappen. Kanban verspricht im ersten Moment eine deutliche Verbesserung. Man erwartet einen konstanten Fluss, wenig bis keine Bestände und ein “ziehendes” System (=“Pull”), also ein Prozess, der von Kunden aus angestossen wird.

Doch all das hat mit Kanban allein zunächst nichts zu tun. Es stellt sich hier auch oft die Frage, wer oder was der Kunde überhaupt ist? Sind Kunden-Lieferanten-Verhältnisse hinreichend beschrieben und bekannt? Dazu kommt, dass auch Kanban-Systeme noch immer Push-Systeme sein können, nur die Tatsache, dass man ein Kanban-System einführt, reicht noch lange nicht dafür aus, einen Pull-Prozess zu entwickeln.

In diesem Workshop geht es um die Herleitung des Begriffs „Kanban“ und um die Möglichkeiten richtiger Anwendungen. Davon ausgehend, werden auch weitere methodische Risiken aus der Lean-Welt behandelt und diskutiert. Alle Teilnehmer sind dabei aufgefordert, die eigenen Erfahrungen, positive wie negative, zum gemeinsamen Austausch einzubringen.

Mario Buchinger

mario buchingerDr. Mario Buchinger ist Querdenker, Kaizen-Trainer, Lean-Experte, Autor und Musiker. Als interner Trainer und Coach begleitete er die Organisationen hin zu einer kontinuierlichen Verbesserungskultur in allen Bereichen und auf allen Führungsebenen.

 

Weitere Informationen und Anmeldung

Der Anlass ist auf Xing ausgeschrieben. Sie können Sie jedoch auch direkt mit mir in Verbindung setzen.

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Autor: Frédéric Jordan

Organisations- und Managementberater mit Fokus Kaizen, Lean und Veränderung

3 Gedanken zu „Workshop mit Mario Buchinger – Kanban“

  1. Sehr geehrter Herr Dr. Buchinger,

    Kanban ist eine geniale Systematik. Ich gebe Ihnen vollkommen Recht, dass der gewünschte Erfolg oft dann ausbleibt, wenn das System nur umgesetzt wird, aber nicht gelebt wird.
    Dies führt dann zu einem statischen System. Und gerade das soll Kanban nicht sein.
    Mit den heute vorhandenen digitalen Möglichkeiten können Kanban-Systeme enorme Verbesserungen in der Versorgung bringen und somit ein wichtiges Element auf dem Weg zu Industrie 4.0 darstellen.

    Wer aber Kanban nur einführt, weil es „alle“ haben, sollte es sein lassen. Auch hier geht es um eine gesamtheitliche Strategie und nicht um Insellösungen, die auf Grund der Eh-doch-da-Kosten zu keinem messbaren Erfolg führen.
    Kanban muss wie die gesamte LEAN-Thematik von allen getragen und gelebt werden.
    Auch hier gilt unser Leitsatz: „Nur ein optimales und systematisches Zusammenspiel von Mensch und Technik bringt Gewinn(er) hervor.“
    Wir haben diese Tatsache aus dem Rennsport übernommen, weil wir der Meinung sind, Produktion ist Rennsport pur.

    Beste Grüße

    Hartmut Ottliczky
    P.S. Cooperation GmbH

  2. Sehr geehrter Herr Ottliczky,

    vielen Dank für Ihren Kommentar und Ihre Begeisterung für das Thema. In der Tat darf Kanban, so wie andere Anwendungen auch, nie etwas Statisches sein. Wie Sie richtig bemerken, hängt der Erfolg von Methoden davon ab, wie diese gelebt werden und wie man damit umgeht.

    Das Thema Kanban löst bei einigen viel Euphorie aus, während andere davon genervt sind. Ich halte die „Kanban-Systematik“ für eine sinnvolle Krücke, also ein Hilfsmittel, welches man anwendet, falls man es braucht. Im Idealfall brauche ich dieses Werkzeug nicht, denn das bedeutet ja nur, dass ich in irgendeiner Art und Weise eine Information transportieren muss.

    Eine generelle „Kanban-Systematik“ gibt es nach meiner Erfahrung nicht. „Kanban“ meint zunächst nichts anderes als „Karte“ oder allgemeiner, „Signal“. Wie man damit umgeht, ist eine andere Frage. Viele glauben, dass die Einführung von Kanban automatisch zu einem ziehenden Prozess („Pull“) und zu mehr Fluss führt. Doch genau das passiert in den meisten Fällen nicht. Die Ursache dafür ist die Tatsache, dass man nur an der Methode hängt und dabei nicht hinterfragt, was einem die Methode überhaupt bringt und wie man diese anwenden muss, damit sie etwas bringt. Dadurch werden Prozesse und damit Kundenbedürfnisse den Methoden unterworfen, und nicht umgekehrt, wie es eigentlich sein sollte.
    Ähnlich verhält es sich mit I40 und der Digitalisierung. Viele glauben, das sein der neue große Hype und man müsse dies unbedingt praktizieren. Auch das halte ich für einen großen Fehler, denn auch die Digitalisierung ist sinnlos, wenn diese zum Selbstzweck wird und der Mehrwert dahinter nicht verstanden ist.

    Nach meiner Erfahrung beschäftigen sich viele Organisationen zu viel mit sich selbst und zu wenig mit ihren Kunden. Der Fokus liegt auf Produktivität und Effizienz. Aber genau dafür interessieren sich diejenigen, die die Existenz eines Unternehmens sichern, nämlich die Kunden, am wenigsten.
    Ich würde Ihrer Aussage, dass Produktion analog dem Rennsport ist, nicht zustimmen. Beim Rennsport geht es ja darum, immer der Schnellste zu sein. In der Produktion geht es vielmehr darum, derjenige zu sein, der die Kundenerwartungen am besten erfüllen kann, und das im Bezug auf Liefertermin, Qualität und Ausprägung des Produkts. Nach meiner Erfahrung müssen wir keineswegs grundsätzlich immer schneller werden, oft wird dies von den Kunden gar nicht erwartet. In dem Fall würde man aber Aufwand in etwas stecken, was nicht gebraucht wird. Dies wäre dann zwar sehr effizient, aber keineswegs effektiv.

    Beste Grüße aus Tirol,
    Mario Buchinger

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